Vereinsgeschichte

Die Geburtsstunde der Schützengesellschaft geht in das Jahr 1837 zurück. Die Gründung der Sebastiansbruderschaft zu Ehren des Patrons der Schützen im Jahre 1672 deutet aber darauf hin, dass die Schiesskunst in unserem Dorf schon viel früher gepflegt wurde. Nach Angaben des Staats-archivars Dr. P. X. Weber soll in Oberkirch schon 1693 ein Schützehaus gestanden haben, wo die militärischen Schiessübungen stattfanden.
 
An der Gründungsversammlung vom 28. Mai 1837 im Schulhaus Oberkirch (Haus Morgenstern) waren 22 Bürger anwesend. Die von der Regierung des Kantons Luzern genehmigten Statuten wurden verlesen und gutgeheissen. Der bestehende Sebastian- oder Schützenfond (1380 Gulden = 506 2/3 Franken) bildeten das Starkapital des Vereins. Am 15./16. Weinmonat 1837 fand das erste Schiessen statt.
In der Gegend der heutigen SBB Haltestelle wurde 1842 ein neues Schützenhaus aufgerichtet, welches aber dem Bau der Bahn 1854-58 weichen musste. Erst 1866 kam dann die Erstellung eines neuen Schützenhauses beim Brühlhof zustande. Im Jahre 1871 wurde die erste Vereinsfahne, die laut einer alten Rechnung schon 1839 verbessert werden musste, ersetzt. 
Unterhalb der Liegenschaft Geisshüsli wurde im Jahre 1904 eine neue Schiessanlage in Betrieb genommen. Wegen der Gefährdung des in der Schusslinie liegenden oberen Seeteils musste aber schon bald ein neuer Standort gesucht werden. Nach langem Hin und Her entschied man sich für den Platz bei der Weierweid.

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Goldkranz 1958

Zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der damals mit acht Zugscheiben ausgestatteten Schiessanlage, feierte die Schützengesellschaft 1937 mit einer Fahnenweihe ihr 100-jähriges Bestehen.
Bei der ersten Teilnahme an einem eidg. Schützenfest in Biel 1958 holte die Gesellschaft den Goldkranz. Nach seither vielen Teilnahmen an kantonalen, regionalen und eidg. Schützenfesten muss die Gesellschaft heute in der 2. Kategorie konkurrieren.
 
In den sechziger Jahren wurde das Schützenhaus erstmals einer Reno-vation unterzogen und auf 12 Scheiben ausgebaut. Ebenso wurde eine heimelige Schützenstube im Keller eingebaut. Im Jahre 1989 wurde ein zweiter grosser Umbau in Angriff genommen. Es wurden 10 elektronische Trefferanzeige- Scheiben installiert. Das Schützenhaus wurde im Innern vollständig neu ausgebaut und gedämmt. Im Untergeschoss wurde eine grosse Schützenstube mit Küche, Abstellraum und WC- Anlagen gebaut. Die Kanalisation wurde ans Netz angeschlossen.
Das Jahresprogramm der Aktiven umfasst heute ca. 10 bis 15 Schiessan-lässe; es beginnt mit dem Amtsverbands-Schiessen und endet mit dem Winterschiessen des Kreisverbandes. An den Jungschützenkursen werden alljährlich zahlreiche Jungen und Mädchen mit dem Sturmgewehr ver-traut gemacht. Die Generalversammlung und der Gedächtnisgottesdienst der Sebastiansbruderschaft findet immer im Januar statt.

Abschrift aus der Obercheler Chronik